Vienna City Marathon 2015

Der Vienna City Marathon ist vorbei!

Meine Vorbereitung hat mit Jänner begonnen. Voll motiviert bin ich, erstmals mit Trainingsplan, in die neue Saison gestartet. Bedingt durch eine Verkühlung, die sich im Februar recht hartnäckig festgesetzt hatte, war die Motivation etwas ins Wanken geraten. So bin ich heute mit einer Vorbereitung von 500 km ohne einen längeren Lauf zum Start in die UNO City gefahren. Das Wetter war ein Traum zum laufen. Sonne, aber nicht zu warm, und gelegentlich einer laue Briese zum abkühlen.

Andy war wieder mit dabei. Am Vortag sind wir nach Wien gekommen um auf dem Messegelände in der Halle D unsere Startnummern zu holen. Weil ich wieder einmal nicht an mein Marathonleibchen gedacht habe sind wir noch einmal auf die Messe gefahren. Und weil wir schon mal da waren haben wir die Zeit für einen Spaziergang genutz und uns dabei die Trabrennbahn und den UNI-Kampus angesehen.

Am Sonntag geht es mit der U-Bahn hinaus zum Start. Das Gedränge in der U-Bahn ist überraschender weise ausgeblieben. Unsere LKW für das Startersackerl haben wir auch auf Anhieb gefunden. Meinen Dank an die Veranstalter. WC sind im Startbereich in großer Zahl vorhanden gewesen! Kurz vor dem Start haben wir uns dann zu den Startblöcken aufgemacht. Leider ist Andy in einem anderen Startblock gestartet. Bei dem großen Starterfeld haben wir uns auch nie wieder gefunden. 42.000 Läufer schlichten sich auf sechs Spuren für den Start. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit den umstehenden. Dann ist es endlich soweit. sechs Minuten nach der Elite und fünf nach dem ersten Startblock sind wir endlich an der Reihe.

Weil ich mich recht weit vorne eingeordnet habe, kann ich schnell mein eigenes Tempo laufen. Über die Reichsbrücke geht es über die Donau. Weiter um den Praterstern in den Prater. Dort geht es dann rechts herum. Vorbei an den Schrebergärten zum Donaukanal. Auf diesem Stück treffe ich wieder meinen Begleiter vom Bodensee Marathon. Er läuft auch heuer wieder ein gutes Tempo, darum hänge ich mich für einige Kilometer an ihn und seine Begleiterin. Über den Schwedenplatz und weiter auf die Ringstraße führt uns die Strecke an den schönen Gebäuden der Wiener Innenstadt vorbei. Über den Schwarzenbergplatz geht es weiter zur Oper und über den Naschmarkt zum Wienfluß. Die linke Wienzeile ist für mich das erste Kriterium. Hier erwisch uns die Sonne voll und es wird erstmals so richtig heiß. Mit dem Schloss Schönbrunn kommt die Erlösung mit einer Labestation und auch wieder der kühlende Wiener Wind. Einmal um den Park und am Technischen Museum vorbei biegt das Feld in die Mariahilfer Straße ein. War bisher an der Strecke schon einiges los, hier geht so richtig die Post ab. Die Läufer werden von der Zuschauermenge richtiggehend in Richtung Ring Straße zurück getrieben. Am Ende der Mariahilfer Straße kommt der Punkt der Entscheidung.

Vor dem Start wollte ich mich einfach nicht darauf festlegen ob ich den ganzen oder den halben Marathon laufen werde. Ich wollt unbedingt damit warten bis ich kurz vor der Split ankomme. Rot für den Ganzen oder Blau für den Zieleinlauf. Die Zuschauer nehmen mir die Entscheidung ab indem sie mich regelrecht durch das rote Tor treiben. Meinen Beinen geht es gut, der Kreislauf ist auch in Ordnung, Mental bin ich durchaus darauf eingestellt, also dann eben der Ganze. Am Heldenplatz vorbei geht es weiter über den Ring. Vorbei an Parlament und Burgtheater führt uns die Strecke zum Franz-Josefs-Bahnhof und über die Friedensbrücke zurück zum Donaukanal. Bei 2:27 erreiche ich wieder den Praterstern und sehe über die Videowall wie die Siegerin gerade im Ziel einläuft. Mit dem einbiegen in die Praterallee beginnt mein persönliches Martyrium. Die ganze Praterallee hinunter mit dem Abstecher zum Ernst Happl Stadion ist für mich Psychisch die größte Herausforderung. Du kannst vor dir schon das Lusthaus sehen. Aber du läufst und läufst und hast das Gefühl du kommst einfach nicht näher. Endlich unten angekommen kommt das grausige Erkenntnis das ich die Halbe Allee wieder zurück hinauf laufen muss. Zum Glück werden die Abstände zwischen den Labestationen immer kürzer je näher es zum Ziel hin geht. Das und das Wissen das es keine zehn Kilometer mehr sind, rettet mich. Es giebt kein Aufgeben. Einmal noch Am Donaukanal zurück hinauf zur Ringstraße. Als ich in die Ringstraße einbiege geht es mir wieder richtig gut. In kleinen schritten steigere ich wieder das Tempo welches im Prater doch ein wenig abgenommen hatte. Einmal noch an der Oper vorbei. Jetzt kommen die ersten Tafeln die die Distanz zum Ziel angeben. 700 Meter, 500 Meter, Jetzt aber noch einmal richtig Gas geben. Beim einbiegen auf den Heldenplatz verräumt mich noch ein Italiener von hinten. Weiter durch das Tor auf den Heldenplatz und der Zielsprint. Und Geschafft!! Ich habe doch tatsächlich das Ziel erreicht.

Im Grunde kann ich es gar nicht glauben das ich es tatsächlich bis ins Ziel geschafft habe. Ich bekomme meine Finisher Medaille um den Hals gehängt und das Finisher Sackerl.  Dann begebe ich mich auf die Suche nach Andy. Beim Bärli kann ich ihn nicht finden. Darum hole ich erst meine Wäsche. Das Getümmel ist einfach irre. So viele Menschen auf einen Haufen zu sehen ist einfach toll. Mit dem Händy nehme ich dann Kontakt auf. Beim Bärli treffen wir uns wieder. Ich möchte noch unbedingt meine Medaille gravieren lassen und kann es kaum glauben das ich eine Zeit 3:51,07 gelaufen bin. Da tun einem auch die Beine plötzlich nicht mehr weh.

Ein großes Lob an die Organisatoren dieses Events. Ich habe keine Brenzligen Situationen erlebt. An den Labestationen hat es immer reichlich zu trinken und Bananen gegeben. Die Sicherheitskräfte hatten die Verkehrssituation gut im Griff, und die Ersthelfer waren rasch zur Stelle. Es stand eine große Zahl an WCs zur Verfügung und auch der Wäschetransport war sehr gut organisiert.

Danke an Andy, für die Unterstützung und zwei absolut tolle Tage!

Danke an Thomas für das Quartier!

Ein besonderer Dank an alle Zuseher an der Strecke, die wirklich super Stimmung gemacht haben!

PS: Der Bärli ist eine Tafel die aufgestellt wurden damit die Läufer und Angehörigen sich wieder finden können

1 Kommentar

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  1. Toller Bericht, ja schön war es. Tolles Bericht.

  1. […] Und wie immer hat Thomi einen tollen Bericht verfasst. ->> Bericht Thomas […]

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