Barcelona und Barcelona Marathon 2017

Die Vorbereitungen für den Barcelona Marathon sind trotz der anhaltenden Kälte gut vorüber gegangen. Guter Dinge und mit dem Wissen für diese Aufgabe gut gerüstet zu sein habe ich meinen Koffer gepackt.

Am Montag um drei Uhr früh haben mich Elisabeth, David und Andreas abgeholt. Mit dem Auto ging es erst einmal nach Wien. Mit ausreichendem Zeitpolster sind wir durch die Sicherheit gegangen. Mit der China Air sollte es dann weiter nach Barcelona gehen. Der Service war sehr freundlich und gut. Die zwei Stunden Flugzeit waren sofort um. Der Terminal in Barcelona ist sehr übersichtlich gestaltet. Das Gebäck rasch abgeholt und die Tickets für die Öffis gekauft. Mit der Metro ging es dann in zügigem Tempo in das Zentrum hinein. Das Appartement befand sich direkt gegenüber der Sagrada Familia. Die Vermieterin erwartete uns bereits. Die Wohnung war riesig, hell und sehr sauber. Fünf Zimmer, Bad, WC und ein großer Balkon. Die Zimmer waren schnell bezogen und nach einem kurzen abrasten und einkauf haben wir uns zu einem Spaziergang in die Stadt aufgemacht.

Wir machten uns auf gut Glück auf den Weg. Das Ziel war der Strand. Einmal hier lang einmal da lang erreichten wir den Parc  de la Ciutadella. Eine sehr schöne Grünanlage mit einem wunderschönen Brunnen. Einem See zum Boot fahren und dem Parlament de Catalunya. Dann erreichten wir den Strand und den Port Olimpic. Nun als Jachthafen genutzt ist der Hafen ein schöner Bau.

Am nächsten Tag haben wir uns dann dem Hausberg von Barcelona zugewandt. Der Montjuic ist eine riesige Erhebung mitten in der Stadt die mit einer steilen Felswand zum Meer hin abfällt. An Ihrem Höchsten Punkt Steht das Castell de Montjuic. Ein sehr schöner alter Wehrbau der zur Sicherung der Stadt und des Hafens diente. Einige der Riesigen Geschütze sind noch zu sehen. Der Rest wurde als Zierelemente in die Pflasterung der Wege integriert. Die Aussicht von dort oben über das Meer und die Stadt ist wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Zurück in die Stad sind wir mit der Gondelbahn über den Hafen gefahren.  Diese wird über zwei Türme quer über den ganzen Hafen geführt. Die Sicht auf die Altstadt und den Hafen ist einfach toll. Auf dem Weg zur Metro sind wir dann einmal um den Hafen am Magazin und der Hafen Kommandatur vorbei in die Ramblas gegangen.

Am Mittwoch war Museum Tag. Als erstes haben wir uns das Fundacio Miro angesehen. Schon der Bau ist ein Kunstwerk der Moderne und sehenswert. Im Museum habe ich viele Klassen jeden Alters gesehen die sich in der Gruppe intensiev mit den ausgestellten Werken befassten. So etwas habe ich bei uns noch nie gesehen. Die Werke sind sehr vielschichtig und interessant. Vom Ölbild über Stiftzeichnungen Wandteppichen und Skulpturen aller Materialien und Lichtinstalationen.

Den Berg hinunter wanderten wir durch einen schönen Garten. den Jardins de Laribal und erreichten das Museo national d‘ Art de Catalunya. Ein riesiger sehr schöner Bau. Mit den Brunnen und den Hallen der Weltausstellung bildet er ein sehr schönes Ensemble am Place de la Espanya. Nach einem Rundgang über die Dächer des Museums betraten wir das Auditorium. Ein gigantisches Oval in dem eine ganze Eislaufhalle platz hätte. In den oberen Rängen kann man durch Fenster zusehen wie die Restauratoren zu Werke gehen. Die Ausstellung beinhaltet Werke aller Epochen Nationaler Künstler.

Wieder Bergauf besuchten wir im Anschluss noch den Olimpic Park. Das Estadi Olimpic Lluis Companiys, das Schwimmstadion, der Torre, die Brunnen und die Sportstätten der Olympischen Spiele von 1992 harmonisieren sehr gut miteinander. Leider waren wir für einen Besuch des Stadions schon zu spät dran. Was auch sehr interessant ist, alles in Barcelona ist Barriere frei erreichbar. Selbst in einigen Parks gibt es Rolltreppen oder Aufzüge um das Weiterkommen zu erleichtern. Auf dem Heimweg besuchten wir noch die ehemalige Arena de Barcelona. Eine Stierkampfarena die zu einem riesigen Kino umgebaut wurde. Seit 2012 ohne Nutzung wurde dieses sehr schöne Gebäude wieder einer breiten Masse zur Nutzung zugänglich gemacht.

Der Donnerstag begann mit einem Rundgang durch die Basilika La Sagrade Familia. Die Dimensionen sind beachtlich. Wenn man zu beginn vor der Geburts-Fassade steht kommt einem die Kirche gar nicht so groß vor. Aber wenn man dann das Innere betritt werden einem die Dimensionen dieses Gebäudes erst bewusst und warum der Bau so lange Zeit in Anspruch genommen hat. Die Dimensionen sind Unbeschreiblich. Die Großzügigkeit wie mit dem zur Verfügung stehen Platz umgegangen wurde so wie die filigranen Säulen die das gewaltige Dach und die darüber entstehenden Türme tragen ist einfach sehenswert. Man steht plötzlich in einer von Licht durchfluteten hell strahlenden Kirche. Trotz der vielen Menschen war es in der Kirche sehr still. Das mag wohl auch daran liegen das der ganze Boden, abgesehen vom Mittelgang, komplett aus Kork gemacht wurde. Die Krypta unterhalb des Altarraums kommte nicht besucht werden. Diese Kirche in der Kirche liegt im Untergeschoss und wird durch große Fenster mit Licht aus dem Hauptschiff beleuchtet. Dieser Generationenbau zeigt auch sehr anschaulich die unterschiedlichen Bau und Kunstrichtungen wenn man auf der Passionsseite wieder die Kirche verlässt. Das angeschlossene Museum zeigt sehr eindrucksvoll wie Visionär dieser Bau geplant und umgesetzt wurde.

Am Nachnittag habe wir uns dann nach Norden auf den Weg gemacht um den Park Güell zu besuchen. Dabei sind wir extra mit der U-Bahn um den Berg herum gefahren nur um zu Fuß darüber zu gehen. Vom Park selber war ich dann doch eher Enttäuscht. Den Hype der darum gemacht wir  hat er meiner Meinung nicht verdient. Ich habe mich dann zu Fuß auf den Weg nach Hause gemacht. Das War ein netter Spaziergang durch die Gassen von Barcelona.

Am Freitag haben wir zu erst einen Flohmarkt besucht und sind dann im Anschluss den Strand hinunter bis in die Altstadt spaziert. Die Markthalle ist riesen Groß und es gibt nichts was man da nicht bekommen könnte. Zu meinem Glück hatte ich noch keinen Bankomaten erspäht, daher waren meine Möglichkeiten stark eingeschränkt!

Am Samstag ging es ruhig zu. Andreas und ich sind mit der U-Bahn zum Place de la Espania gefahren um unsere Startnummern für den morgigen Lauf zu holen. Schon hier zeigt sich die erstklassige Organisation. Alles ist gut beschrieben und schnell gefunden. Sackerl, Nummer sind trotz der vielen Läufer schnell gesichert. Ein Spaziergang über die Messe bringt uns auf die andere Seite der Halle wo wir ebenfalls sehr zügig unsere Laibchen bekommen.

Zurück in der Wohnung verstauen wir schnell unsere Sachen. Danach machen wir uns alle auf den Weg zum Hafen um das Aquarium zu besuchen. Am Abend geht es für mich zeitig ins Bett. Sonntag heisst es früh aufstehen. der Start ist schon um neun Uhr.

Der Sonntag begann recht zeitig. Nach dem Frühstück sind Andreas und ich mit der U-Bahn zum Place Espania gefahren wo der Start erfolgt. Nach dem Üblichen Prozedere mit Sackerl abgeben und so weiter haben wir uns in den Startblock begeben. Sehr Diszipliniert hat sich dieser Bereich recht zügig mit Menschen gefüllt. genau so zügig ging dann auch der Start über die Bühne. Zu Fredi Mercury und „Barcelona“ ging es über die Startlinie. Schnell hatte sich das Feld auf ein sehr angenehmes Tempo eingespielt und es ging zügig dahin. Leider habe ich schon bei Der ersten Labestation nach 5 km Andreas aus den Augen verloren. Dann erreichten wir das Stadiongelände des FC Barcelona. Den Hügel hinauf nach Luft ringend Stimmten die Spanier rund um mich herum Barca Jubelgesänge an. Barcelona hatte am Mittwoch das schier Unmögliche War gemacht und hatte in der Chanpions League einen vier Tore Rückstand umgedreht.

Dann aber ging es rasant bergab mit mir. Nach der nächsten Labestation habe ich Magenkrämpfe bekommen. Bananen bei der dritten hatten keine Besserung gebracht. Nach 17 km erreichte ich die Sagrada Familia. Leider konnte ich weder David noch Elisabeth irgendwo entdecken. Sonst wäre für mich hier Schluss gewesen. So musste ich wohl oder übel weiter. Die Krämpfe nahmen immer weiter zu. In der Diagonal ungefähr nach 28 km Musste ich meinen Magen bei einigen Palmen entleeren. Danach ging es mir zwar mit den Krämpfen besser, aber so wie ich versuchte wieder etwas schneller zu werden ging es sofort wieder los. Zu diesem Zeitpunkt war mir die Zeit schon völlig egal. Das Einzige was mich noch am Laufen hielt war der Gedanke das ich so weit geflogen bin, und ich diese Medaille jetzt unbedingt haben möchte.

So schleppte ich mich immer weiter um den Kurs, vorbei am Triumphbogen hinein in die Altstadt von Barcelona. Am schlimmsten empfand ich aber dann in meinem Zustand die letzten 2 km. Eine schier endlose gerade an deren Ende schon das Ziel lacht, immer leicht ansteigend. Da hat man dann das Gefühl auf einer Rolltreppe gegen die Richtung zu laufen. Aber irgendwann war die Straße dann doch zu Ende und ich bog in das Ziel ein. Mit einer Zeit von 4:17 habe ich mich über die Ziellinie gerettet.

Jetzt hatte ich nur noch einen Wunsch, meine Sachen holen, die Zeit gravieren und dann ab ins Bett.

Mittlerweile habe ich doch schon an ein paar Läufen teil genommen. Aber ich muss sagen so gut wie dieser war noch keiner Organisiert. An den Labestationen gab es immer reichlich von allem. Das Wasser sogar in Flaschen zum mitnehmen. An jeder Kreuzung stand ein Rettungswagen, Physiotherapeuten und Ärzte sind mit ihren Rucksäcken immer gut gekennzeichnet unterwegs gewesen. Brauchte man Hilfe war diese sofort zur Stelle. Die Strecke war fast über die ganze Länge mit Zusehern gesäumt und es gab immer etwas zu sehen. Das Zielareal war sehr großzügig gehalten mit ausreichend Platz für alle Finisher. Wasser Energy Drinks Bananen und Drockenfrüchte wurden angeboten. Das Gravieren der Laufzeit war im Handumdrehen erledigt und in einer großen Halle wahren an die hundert Massagetische aufgestellt wo die Masseure verkrampfte Muskeln mit geschickten Händen wieder lockerten.

Trotz der Umstände muss ich sagen das mit der Marathon ausgesprochen gut gefallen hat. Ich würde mich sehr freuen wenn ich diesen Lauf wieder bestreiten kann. Für die Umstände bin ich sogar mit meiner Zeit noch recht zufrieden.

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