2014 auf der Magistrala Richtung Süden Teil2

13.Juli 321,6 km

 

7 Uhr, die Sonne scheint. Ein perfekter Tag um die Reise in Nuss- und Schoko-Gebäck in der Tasche bin ich wieder auf dem Rückweg. Viviane ist auch schon munter. Beim Essen besprechen wir das Einpacken und den Weg für den heutigen Tag. Wie besprochen legen wir los und verstauen unsere Sachen wieder in den Koffern. Dabei wird es im Süden immer finsterer.

Die Arbeit geht flott von der Hand und um 8.45 Uhr stehen wir Abmarsch bereit vorne an der Rezeption um zu bezahlen. Vorbei an Dubrovnik erwischen uns schon die ersten Tropfen. Da es auf der Halbinsel Peljesac noch düsterer aussieht bleiben wir auf dem Festland und lassen die Stadtbesichtigung von Ston und die Fähre aus. Ab durch BIH Die Zöllner winken uns einfach durch, wollen nur wissen ob wir etwas zu verzollen haben. Kurz nach der Grenze bei Ploce erwischt uns der erste richtige Schütter. Es regnet wie verrückt. Ist aber für die Weiterfahrt kein Problem. Wir umrunden die Vlaka Ebene und Ploce im strömenden Regen. Noch eher wir das Meer erreichen ist der Spuck schon wieder vorbei und die Sonne scheint. Leider nur kurz. In Gradac ist es dann so schlimm das sogar die Autos und Busse stehen bleiben weil das weiterfahren zu gefährlich wäre. Wir bringen uns in einer Bushaltestelle in Sicherheit. Zusammen mit zwei Italienern genehmigen wir uns eine Jause. Es blitzt und Kracht ordentlich und es stehen Zentimeter hoch das Wasser auf der Straße. Nach einer Stunde kann es dann wieder weiter gehen. Wir passieren Markaska und die Wolken verziehen sich wieder. Wir halten in Omis um unsere Vorräte aufzufüllen. Hier ist der Regen noch nicht vorbei gekommen und es ist brütend heiß. Mit unserer Regenkluft werden wir mit großen Augen gemustert. Alle laufen mit kurzen Hosen und Leibchen herum, da fallen wir schon auf. Um 12.30 Uhr sperrt hier alles nicht lebensnotwendige zu. Mit viel Glück kann ich noch schnell Geld wechseln und einkaufen. Sprit nachfüllen und weiter geht es. Bei Sibenik bigen wir rechts ab und fahren ins Hinterland. Es macht Spass durch die Hügel zu fahren. Kurz vor Skradin erreichen wir unseren Campingplatz, Camp Krka. Wir werden sehr freundlich begrüßt und richten uns ein. Die feuchte Wäsche wird zum Trocknen aufgehängt. Wir besuchen noch den kleinen Ort Skradin und gehen ein wenig Spazieren. Das Abendessen wird dann etwas länger, Fußball Finale!!

 

14.Juli  10,4 km

 

Nach dem Frühstück geht es kurz nach neun Uhr nach Skradin. Im Info Center kaufe ich die Karten für die Krka Wasserfälle. Mit dem schiff fahren wir in den Fjord zum Nationalpark. Auf dem Weg dort hin, welch ein Wunder kommt uns die graue Regenwand entgegen. Eine Stunde später läst der Regen etwas nach und wir riskieren es das schützende Dach zu verlassen. Wir spazieren auf den durch den dichten Wald einigermaßen geschützten Plankenweg durch den Nationalpark. Überall steigt Dampf auf und es ist auf seine Weise recht schön hier. Im großen und ganzen sind wir alleine unterwegs nur selten begegnen wir anderen Spaziergängern. Im Badebereich am Ende der Wasserfälle sind einige Gäste im Wasser. Nasser kann man ohnehin nicht mehr werden. Andere verstecken sich unter den großen Schirmen der geschlossenen Restaurants. Gegen Mittag machen wir uns wieder auf den Rückweg. Mit dem Schiff nach Skradin und zurück zum Campingplatz. Nicht nur wir sind triefend nass, auch die Wäsche die wir zum Trocknen aufgehängt haben. Jetzt wird es mit der Wäsche aber knapp.

Am Nachmittag ist ein Bus mit Franzosen eingefallen die ihre zwanzig Zelte zu organisieren versuchen. Es ist ein mords Spektakel. Sofort ist Disko angesagt und es geht hoch her auf dem Platz. Ich spanne zusätzliche Leinen um die ganze Wäsche zum Trocknen zu animieren. Wir aktivieren das Internet und schicken Grüße nach Hause.

 

15.Juli 10,4 km

 

Heute Morgen ist das Zelt innen feuchter als außen. Es wird alles aufgemacht zum lüften. Die Wäsche ist leider noch immer nicht trocken. Nachdem wir mit dem feuchten Zelt und Wäsche ohnehin nirgends hin können, wollen wir uns heute die Wasserfälle bei schönem Wetter ansehen. Um neun Uhr stehen wir Pünktlich an der Kasse im Info-Center und haben mit der Dame an der Kassa viel Spass. Auch auf dem Schiff treffen wir wieder bekannte Gesichter. Heute gehen wir den Weg in der anderen Richtung. Wir entdecken unzählige Tiere. Eidechsen, Frösche, Schlangen, Muscheln und Fische. Wir finden Spuren von Wildschweinen und Fischottern und Unmengen von Libellen. Die Fische stehen in Schwärmen in der Strömung und schillern in den schönsten Farben. Wir besichtigen die alte Mühle und die Wäscherei. Auch die Überreste des 1895 erbauten Wasserkraftwerk sehen wir uns an. Es ist das zweitälteste Wasserkraftwerk der Welt nach dem bei den Niagara Fällen. Der Schwimmbereich unterhalb der Wasserfälle ist heute rammelvoll. Der Bereich mit den Restaurants ist so voll das man kaum durchgehen kann. Wir sind froh so früh da gewesen zu sein. So haben wir die Ruhe genießen können, und die Tiere gesehen die mittlerweile alle verschwunden sind. Auf den letzten Abdruck erreichen wir das Schiff und entkommen den Massen. Der Wind und die Sonne haben ihre Arbeit gemacht und die ganze Wäsche und das Zelt sind wieder trocken. Rasch sammle ich alles ein ehe es wieder Gelegenheit bekommt nass zu werden. Das morgige Ziel ist Rab. Viviane freut sich darüber. Da wollte sie unbedingt hin. Nach dem Essen sitzen wir noch ein wenig zusammen und tratschen ein wenig über die vergangenen Tage. Die Campkatze „Margret“ kommt uns vor dem schlafen gehen noch besuchen.

 

16.Juli 220,8 km

 

Zeitig nach dem Frühstück packen wir wieder alles zusammen und bezahlen unsere Rechnung. Es geht zurück an die Küste. In Sibenik verfahre ich mich wieder einmal. Weiter richtung Norden geht es an der Küste vorbei an Zadar und Nin nach Karlobag. Bei Jablanic geht es auf die Fähre die wir durch zufall gerade beim Einladen erreichen. Die Fahrt ist kurz und die karge felsige Landschaft der Insel Rab wirkt Trostlos. Die Fähre biegt um die Südliche Landspitze herum, aber abgesehen von einer Betonierten Mohle, einem Schranken und einer kleinen Blechhütte gibt es hier nichts außer Steine und Felsen. Gott wo bin ich da hingeraten! Sehr skeptisch setzen wir unsere Fahrt auf der Insel nach Norden fort. Nach wenigen Kilometern fahren wir über eine Hügel auf die Westseite der Insel hinein ins Grün. Wie mit einem Messer abgeschnitten sind Wüste und Grün voneinander getrennt. Wir suchen unseren Campingplatz nahe der Stadt Rab. Die Beschriftung ist leider eher Wage ausgefallen aber wir erreichen ihn dann trotzdem auf Anhieb. Ich gehe wieder auf die obligatorische Erkundungstour und melde an der Rezeption mein Ergebnis. Mit Schatten ist es hier im Norden dann schon etwas schwieriger. Die Plätze sich schon recht voll. Dann gehen wir an den Zeltaufbau. Heute ist es genug mit fahren, darum verbringen wir den Rest des Tages am Strand. Unsere Zeltnachbarin, versucht und dann zu verscheuchen, weil sie den Platz für ihr Boot haben will. Das Motorrad stelle ich ihr dann vor den Camper damit es nicht auf dem Weg steht, aber das Zelt bleibt wo es ist. Knurrend verzieht sie sich wieder. Der Hunger treibt uns an. Nach der Dusche spazieren wir in die Altstadt von Rab und schlagen uns den Bauch voll. Die Stadt ist wunderschön und durch einen großen Park vom modernen Stadtteil geschickt abgetrennt. Wir steigen auf den Kirchturm und bewundern den Klostergarten. Auch hier wimmelt es von Katzen allen Alters. Wir genießen noch den Sonnenuntergang und spazieren danach zurück auf den Campingplatz.

 

17.Juli 35,5 km

 

Schon am Morgen ist es brütend Heiß. Gestern habe ich auf einer Karte an der Rezeption eine Straße entdeckt die auf den höchsten Punkt der Insel führt. Da wollen wir heute hin. Ohne das ganze Gepäck machen wir uns auf den Weg. Bei einer Kreuzung in der Stadt muss ich stehen bleiben und rutsche gleich einen ganzen Meter rückwärts, so glatt ist die Straße hier. Ich kann uns gerade mal so halten. Morgen, voll beladen wird das sicher eine knifflige Sache werden. Die kleine Straße verpassen wir natürlich beim ersten mal. Wir drehen um und dann geht es hoch auf den Berg. Die Straße ist gerade breit genug für Motorrad und Auto. Sobald es bergauf geht verschwindet der Asphalt und wird durch eine Betondecke ersetze. Es wird immer steiler ist aber gut zu fahren. Sobald es flach wird gibt es nur noch eine Schotterpiste die über die Ebene hinauf zu einer Sendeanlage führt. Wir spazieren ein wenig herum zwischen hunderten von kleinen und größeren Steinpyramiden auf die Ostseite der Insel. Die wenigen Pflanzen die hier zu finden sind verstecken sich zwischen den scharfen Steinen. Schmetterlinge sind auf der Suche nach Futter. In der Ferne kann man die Glöckchen der Ziegen höhren. Der Velebit ragt gewaltig auf über dem Meer auf. Der Gebirgszug reicht soweit man sehen kann. Einige Motorboote ziehen ihre Spur durch das klare Blau, das eine oder andere weiße Dreieck eines Segelschiffes ist auch auszumachen. Wir treffen noch zwei Grazer die einige Fotos machen. Wir wollen weiter in den Norden der Insel, nach San Marino und Lopar. Dort erkundige ich mich noch wegen der Fähre, die von Lopar aus nach Krk fährt. Den rest des Tages verbringen wir wieder am Strand. Zum Abendessen spazieren wir noch einmal nach Rab hinüber. Das letzte Mal das wir in Kroatien zu Abend essen werden. Morgen geht es ab nach Hause.

 

18.Juli 393,2 km

 

Zum letzten mal bauen wir das Zelt ab. Zum letzten mal verstauen wir alles auf unserem Fahrzeug. Das geht mittlerweile schon so schnell das wir in aller Ruhe noch ein gemütliches Frühstück einnehmen können. Ein letztes mal bezahle ich unsere Rechnung, und dann ist es soweit. Ab nach Hause.

Die Kreuzung wo ich gestern schon abgerutscht bin ist heute zum Glück kein problem. Weil gerade keiner kommt kann ich gleich auf die Hauptstraße einbiegen ohne stehen bleiben zu müssen. Gemütlich geht es nach Lopar wo ich noch Jause und Getränke für die Heimreise einkaufe. Viviane geht es heute nicht so gut. Sie klagt über Bauchschmerzen und leicht Übelkeit. Meint aber das es schon geht.

Am Fähren-Anleger sind wir recht Zeitig. Ich kaufe die Tickets, dann heißt es Warten. Inzwischen füllt sich der Wartebereich immer mehr. Dann kommt die Fähre endlich. Sie wird ziemlich voll und ich bin dann doch froh so früh dran gewesen zu sein. Die Überfahrt nach Krk dauert dann etwas mehr als anderthalb Stunden. Viviane geht es wieder besser zum Glück. Runter von der Fähre sind wir dann die letzten. Also fahren wir in der Kolonne gemächlich in Richtung Brücke und Festland. Dort nutzen wir dann die Schnellstraße um Rijeka zu umfahren. Leider bin ich mit der Abfahrt zu früh dran und komme mitten in das Stadtzentrum. Durch die Einbahnregelung verfahren wir uns wieder einmal. Schließlich finde ich doch wieder aus dieser Kaotischen Stadt heraus. Im Gegensatz zum vorigen Jahr ist der Weg nach Matulji und Rupa heuer sehr leicht zu finden. Der Tank wird noch einmal mit den letzten Kuna bis oben hin gefüllt. Auf unserem gewohnten Platz machen wir noch einmal Rast um zu essen. Danach verlassen wir Kroatien. Bei Postojna geht es wieder auf die Autobahn. Vor Maribor kommen wir noch in einen Stau hinein. Gegen 17 Uhr erreichen wir wieder Graz. Zu guter Letzt verlassen wir den Plabutschtunnel um, kurz vor dem Ziel, noch einmal so richtig nass zu werden.

 

 

12 Tage       103 L Benzin         2159,5 km gefahren       ~5,45l/100km

 

 

06.07.14 381,5
07.07.14 271
09.07.14 197,5
10.07.14 206,5
11.07.14 23,6
12.07.14 87,5
13.07.14 321,6
14.07.14 10,4
15.07.14 10,4
16.07.14 220,8
17.07.14 35,5
18.07.14 393,2
Gesamt 2159,5 km

Der Gesamte Reisebericht als PDF

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